Warum ich den eBlocker (vorläufig) zurückgeschickt habe

Zwirbel shared this thanks 2 weeks ago

Ich hatte mir vor rund einem Monat den eBlocker Family (Lifetime) gekauft, nachdem ich während rund 20 Tagen eine Testlizenz des eBlockers auf einem Raspberry Pi ausprobiert hatte. Nun habe ich mich entschieden, von der 30 Tage Rückgabegarantie Gebrauch zu machen. Anbei meine Gründe, welche vielleicht anderen bei der Entscheidungsfindung helfen können.

Positiv am eBlocker:

  • Grundsätzlich funktioniert der eBlocker relativ stabil und schnell.
  • Die Einrichtung war zwar nicht Plug and Play (ich habe eine Fritz!Box 7490), war aber nach der Anleitung einfach auszuführen.
  • Das Unterdrücken von Werbung und Schutz der Privatsphäre funktioniert (soweit ich das beurteilen kann).
  • Im Support-Forum wird (meist) relativ rasch geholfen oder zumindest auf das Problem eingegangen.
  • VPN-Verbindung: Funktioniert zuverlässig, allerdings darf man kein «Geschwindigkeitswunder» erwarten. Laut Support können ca. 16 – 18 Mbit erreicht werden (bedingt durch die Geschwindigkeit der Ver- und Entschlüsselung), allerdings waren bei mir ca. 6 – 8 Mbit die Regel. Am Computer (Verschlüsselung über den Prozessor) erreiche ich beim gleichen Anbieter ca. 30 – 40 Mbit (100 Mbit Internetzugang).
  • TOR-Verbindung: Diese funktionierte zuverlässig und war in den meisten Fällen schneller als die VPN-Verbindung über den eBlocker.

Negativ (resp. noch nicht so ausgereift) am eBlocker:

  • SSL-Funktion: Diese ist «Plug and Pray», manchmal funktioniert’s und manchmal nicht. Ungefähr ein Drittel der Webseiten, welche auf SSL setzen, konnten bei mir nicht geladen werden (unabhängig vom Browser, ich habe Firefox, Chrome und Internet Explorer ausprobiert). Die Analyse in den Expertentools hat nicht weitergeholfen (einige Webseiten konnte ich mit Ausnahmen zum Laufen bringen). Ausserdem soll der eBlocker ja für verschiedene Computer genützt werden und ich habe wenig Lust, andauernd Webseiten auf die Ausnahmeliste zu setzen.
  • Nochmals SSL-Funktion: Einige Webseiten, die an Tag 1 funktioniert haben, haben dann an Tag 2 nicht mehr funktioniert, ohne dass ich etwas geändert hätte. Ohne den Virenschutz (Avast Internet Security) konnten alle Seiten geladen werden, nur werde ich ohne Virenschutz meinen Computer nicht ans Internet hängen. Dass der Virenschutz daher für (zumindest einen Teil) des Problems verantwortlich ist, sehe ich ein, allerdings habe ich vom Support hierzu keine Rückmeldung gekriegt, welche «Module» ich abschalten soll oder wie ich den Fehler finden könnte.
  • Wenn ich mir das Forum so ansehe, drehen sich sehr viele Fragen um die SSL-Funktion. Allerdings habe ich bisher auf meine (mehrfache) Frage, ob die Funktion in Zukunft wesentlich verbessert wird, bisher keine Antwort erhalten. Die Probleme können auch häufig nicht gelöst werden.
  • Abstürze: innerhalb von drei Wochen ist der eBlocker mehrmals komplett abgestürzt, startet dann aber neu und ist nach 1-2Minuten ohne Dazutun wieder einsatzbereit. Das Problem scheint bekannt zu sein, aber es gab noch kein Update, welches das Problem löst.
  • Jugendschutz: Da ich die SSL-Funktion nicht verwenden kann (ohne grosse Einschränkungen beim Surfen zu haben), funktioniert auch der Jugendschutz nur sehr unzureichend. Gibt man z.B. «Online Casino» bei Google ein, sind die meisten Seiten mit SSL geschützt, werden also durch die Jugendschutz-Funktion nicht erfasst (wenn SSL ausgeschaltet ist). Das dürfte auch für pornographische Seiten etc. gelten, da Google inzwischen SSL-geschützte Seiten im Suchalgorithmus bevorzugt. Die Jugendschutzfunktion macht so keinen Sinn, wenn die Hälfte der Seiten gar nicht erfasst wird und trotzdem besucht werden können.
  • Mit SwisscomTV hatte ich in den vergangenen Wochen mehrmals Verbindungsabbrüche und musste die Box neu starten. Ob’s am eBlocker liegt, kann ich allerdings nicht sagen, da ich eine VPN-Verbindung verwende und daher die Logdatei vollgemüllt wird mit Einträgen (siehe unten).
  • Die VPN-Verbindung verursacht bei mir in der Log-Datei alle paar Sekunden einen Eintrag (Warnung) "Adding firewall rulesfor active VPN profile". Dies ist zwar nur kosmetisch, soweit ich sehen kann, allerdings macht dies die Fehlersuche schwierig, da die Logdatei vollgemüllt wird mit Einträgen und so allenfalls wichtige Einträge nicht zu finden sind. Laut Support sind sie dran (nun schon einige Wochen).

Grundsätzlich habe ich alle obenstehenden Probleme an den Support gemeldet und/oder im Forum veröffentlicht. Einige Male wurde darauf eingegangen und Hilfe versprochen, die obenstehenden Probleme wurden allerdings in den vier Wochen nicht gelöst oder wesentlich verbessert. Auch andere Benutzer haben grössere Probleme mit dem eBlocker, insbesondere mit der SSL-Funktion.

Natürlich benötigt die Verbesserung der Punkte wesentlich mehr Zeit als einige Wochen, dennoch habe ich für das Gerät 350 EUR bezahlt. Ich habe mich entschieden, den eBlocker zurückzuschicken, aktuell auf die Pro-Lizenz zurückzugehen und den eBlocker auf meinem Raspberry Pi zu betreiben. So kann ich während eines Jahres (59 EUR für die Lizenz) sehen, ob sich das Produkt wesentlich verbessert (die Family-Lizen zbenötige ich auf Grund des aktuell wenig sinnvollen Jugendschutzes momentan nicht).

Einiges ist schon längere Zeit versprochen, scheint aber nicht zu kommen:

  • Updatemöglichkeit von Pro auf Family (angekündigt vor ca. 4 Monate als «in ein paar Tagen verfügbar»)
  • Version für Raspberry Pi 3 (ebenfalls schon lange angekündigt).

Falls der eBlocker wesentlich verbessert wird, habe ich ein «Lehrgeld» von 59 EUR bezahlt und kann dann wiederum die Family-Version kaufen. Falls nicht, habe ich 290 EUR gespart.

So, viel geschrieben.

Fazit: Ich möchte niemandem vom eBlocker abraten (ich selbst werde ihn ja weiterhin verwenden), dies sind meine Erfahrungen und andere machen sicher andere Erfahrungen.

Ausserdem bin ich gerne (weiterhin) bereit, bei einem allfälligen Beta-Test von neuen/verbesserten Funktionen dabei zu sein oder bei der Fehlersuche zu helfen.

Comments (8)

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Anscheinend erscheinen hier Themen nur, wenn es einen Kommentar zum ersten Post gibt...

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Vielen Dank für Ihr Feedback.

Die Kritik zum Thema Plug & Play reiche ich weiter ins Team.

Jedes Feedback, ob negativ oder positiv, ist uns willkommen und wichtig. Nur so können wir unser Produkt verbessern und den Kundenwünschen mehr und mehr anpassen.

Ich möchte die Gelegenheit für einige Anmerkungen nutzen:

  • Raspberry Pi3 und Raspberry Pi2 V1.2 eBlockerOS Image ist in Arbeit und wir sind auf der Zielgraden. Die Umstellung von 32bit auf 64bit bedarf aber noch einer ausgiebigen Testphase, bevor wir dieses Image veröffentlichen.
  • Das "Adding firewall rules for active VPN profile" Problem ist behoben und im nächsten Release des eBlockerOS enthalten.
  • Jugendschutzfunktion und SSL Seiten - Seit dem eBlockerOS 1.3.5 greifen die Jugendschutzfilter auch auf HTTPS Seiten, auch wenn für dieses Device SSL nicht aktiviert ist.
  • SSL Seiten / eBlocker Zertifikat. Die meisten Probleme entstehen bei nicht richtig hinterlegten eBlocker Zertifikaten. Wir erweitern unser das Kapitel 6.2 (Die Aufnahme des eBlocker-Zertifikats) im Handbuch ständig, um unseren Kunden das Hinterlegen des eBlocker Zertifikats so einfach wie möglich zu gestalten. Zu Letzt haben wir im Handbuch die iOS Anleitung aktualisiert, da Apple Inc. leider mit dem Release von iOS 10.3.1 seinen Nutzern eine weiteren Schritt zum aktivieren eines Zertifikates zumutet. Leider kann man das Hinterlegen des eBlocker Zertifikats nicht automatisieren, da die Eingabe von Root-Passwörtern für den Mac Schlüsselbund und den Zertifikatsspeicher von Windows, oder Android nötig sind.
  • Noch mal SSL - Mit dem kommendem Release vom eBlockerOS haben wir im eBlockerOS die Hilfestellung zum Hinterlegen des eBlocker Zertifikats auf den neusten Stand der Dinge gebracht.
  • Noch mal SSL - Ein weiteres Kapitel zum Thema eBlocker Zertifikat und Linux ist zur Zeit in Arbeit.
  • Thema Avast Antivirus - Avast Einstellungen Allgemein öffnen -> Aktiver Schutz -> Webschutz (anpassen) -> HTTPS Scanning deaktivieren
  • Thema Antiviren Programme und aktivierte SSL Funktion beim eBlocker. Hier ist es zwingend notwendig, dass das eBlocker Zertifikat im Zertifikatsspeicher des Betriebssystems hinterlegt ist, da es die Antiviren Programme dort suchen. Ohne ein hinterlegtest eBlocker Zertifikat im Zertifikatsspeicher kommt es zu Fehlermeldungen.

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Hallo Tim

Ich habe versucht, meine Kritik einigermassen ausgewogen zuformulieren, ich will das Produkt ja verwenden und ich sehe, dass fleissigdaran gearbeitet wird.

Ich habe nun einen neuen Versuch mit der SSL-Funktiongemacht:

  • eBlocker auf Raspberry Pi 2 1.1, Version 1.3.5.
  • Ich habe das alte Zertifikat gelöscht(Betriebssystem und Firefox)
  • Dann ein neues Zertifikat erstellt und imBetriebssystem und Firefox hinterlegt (in dieser Reihenfolge), gemäss Anleitungim Handbuch Kapitel 6.2. Betriebssystem ist Windows 10.
  • Avast Internet Security: «HTTPS-Scanning» istausgeschaltet.
  • Ich besitze eine Fritz!Box 7490. Der eBlockerist gemäss Anleitung auf «manuell» konfiguriert.
  • Anon Funktion ist ausgeschaltet.
  • Folgende Webseiten laden nicht (nur Firefoxladen sie nicht, in Google Chrome werden sie geladen):

  • Einige SSL-Seiten, die nicht auf derAusnahmeliste sind, werden aber geladen in Firefox. Beim Klicken auf das Schlüsselsymbolin Firefox sieht man, dass das eBlocker-Zertifikat verwendet wird. Es liegtalso kein grundsätzliches Problem vor.

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Zitat: "Jugendschutzfunktion und SSL Seiten - Seit dem eBlockerOS 1.3.5 greifen die Jugendschutzfilter auch auf HTTPS Seiten, auch wenn für dieses Device SSL nicht aktiviert ist."

Das kann ich so nicht bestätigen: Ich habe ein Profil eingerichtet, das "Video" nicht erlaubt und das Profil dem Laptop meines Sohnes zugewiesen. Ich kann ohne Probleme z.B. Youtube.com und Vimeo.com aufrufen, die beide SSL-verschlüsselt sind. Bei mir ist die SSL-Funktion auf dem eBlocker aktiviert, aber nicht für den Laptop. Das Zertifikat ist im Betriebssystem und Firefox hinterlegt.

Ist SSL-Funktion für den Laptop aktiviert, kann Vimeo.com nicht mehr aufgerufen werden, der Schutz greift. Youtube.com wird gar nicht mehr geladen (ist auch eine "Google-Seite").

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Die offizielle Domain von YouTube und Vimeo sind nicht Bestandteil der Jugendschutz-Video Liste. In dieser Liste stehen Domains, die für ihren Jugend gefährdenden Inhalt bekannt sind. YouTube und Vimeo gehören nicht dazu.

Wenn Sie speziell YouTube, oder Vimeo, verbieten möchten, so können Sie unter eBlocker Einstellungen > Jugendschutz > Verbotene Websites einfach neue Kategorie anlegen, die beiden Domains aufnehmen und diese Kategorie dann einem Profil zuweisen.

Sehen Sie sich bitte das Kapital 8.2.15 (Eigene Listen verbotener Websites anlegen) in unserem Handbuch an. Unser Handbuch finden Sie hier: https://www.eblocker.com/de/user-manual/

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Hm, bei mir wird aber Vimeo.comgeblockt, wenn das Profil "Video" ausgewählt ist und es kommt dieInfoseite von eBlocker, es scheint also auf der Liste zu sein.

Falls nur Video-Seiten, die jugendgefährdend sind, gefiltert werden, müsstedies auch so aus der Beschreibung hervorgehen. Vimeo.com dürfte dann nichtgeblockt werden, da bin ich einverstanden.

Das Profil "Video" ist dann aber falsch benannt. Da steht in derBeschreibung "Dieser Kategorie-Filter verhindert Zugriffe auf Webseiten,die für Videoinhalte bekannt sind". Dann müsste eigentlich auch Youtubegesperrt sein.

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Wird bei Ihnen Vimeo.com direkt geblockt, oder eine Unterseite / Subdomain? Wie sieht die URL auf, welche Sie aufrufen?

Ich habe mir die sehr lange Video-Liste angesehen. Aktuell stehen da folgende Vimeo Domains in der Liste, welche aber nicht dem Vimeo Dienst gehören:

vimeo.es

vimeo.co

vimeo.ch

vimeo.at

vimeo.be

Nachtrag:

Ich habe mir jetzt noch mal die aktuelle Video-List vom Server geladen.

player.vimeo.com steht aktuell in der Liste und einige youtube.com.xxx (xxx = Länderkennung), welche auf youtube.com weiter verlinken. YouTube.com selber steht als Domain nicht in der Liste.

Ich werde Ihre Vorschläge zu YouTube und Vimeo gerne unseren Entwicklern unterbreiten. Generell bieten wir aber genau aus diesem Grund auch usneren Kunden die Möglichkeit an für ein Jugendschutzprofil Domains extra zu sperren, oder gesperrte Domains wieder frei zugeben.

Die Änderung der Beschreibung der Video Liste gebe ich mal als Vorlag weiter. Danke.

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Ich rufe direkt https://vimeo.com/ im Browser auf (eingetrippt. Diese Seite wird dann blockiert (siehe Bild)fdf92f3b1ab89534dfe4feef0c8d86f0